Die Eingewöhnung
Die Eingewöhnung in die Tagespflege erfolgt bei mir durch das
Berliner Eingewöhnungsmodell
Warum gibt es eine Eingewöhnungszeit?
Ihr Kind kennt in der Regel nur Sie als Eltern, welche seine Bedürfnisse erfüllen. Sie wissen genau, welche Signale Ihr Kind sendet, wenn es Hunger hat, wenn es müde ist usw. Ihr Kind kennt sein zu Hause sehr gut und weiß, wenn Mama / Papa in die Küche geht, kommt sie / er bald wieder. Ihr Kind hat eine wichtige Beziehung zu Ihnen aufgebaut. Es weiß, wenn es sich unsicher fühlt, dass Sie immer da sind um Ihr Kind zu trösten und zu unterstützen.
Ihr Kind kennt mich nicht und kann auch nicht einordnen, ob ich seine Bedürfnisse erfüllen werde. Und ich weiß nicht, welche Signale bei Ihren Kind wichtig sind.
Die Beziehung zwischen Ihrem Kind und mir muss langsam und vorsichtig wachsen.
Welche Rolle spielen die Eltern?
Sie als Eltern spielen eine entscheidende Rolle. Gerade in der Anfangszeit müssen Sie Ihrem Kind als "sichere Basis" zur Seite stehen. Ihr Kind muss wissen, dass es immer wieder zu Ihnen zurückkehren kann, wenn es mit der Situation nicht mehr umzugehen weiß. Deshalb ist Ihre Anwesenheit in den ersten Tagen unerlässlich.
Der exemplarische Ablauf:
1. Tag:
Der erste Tag wird kurz und soll Ihr Kind nicht überfordern. Sie kommen zusammen mit Ihrem Kind zu mir in den Haushalt und sind einfach nur da. Sollte Ihr Kind zu den Beobachtern gehören, wird es dasitzen (entweder bei Ihnen auf dem Schoß oder neben Ihnen auf dem Boden) und zuschauen. Sollte Ihr Kind sich dazu entscheiden zu spielen, kann es das selbstverständlich tun. Sie bleiben aber immer in Reichweite.
Ich werde versuchen, einen Kontakt mir Ihrem Kind herzustellen. Merke ich aber, dass es abblockt, ziehe ich mich zurück und warte ab.
2. und 3. Tag:
Ich versuche über Spielangebote mit Ihrem Kind zunehmend Kontakt aufzunehmen und immer wieder mit dem Kind ins Gespräch bzw. in Blickkontakt zu kommen.
Sie bauen zwar die räumliche Distanz zu Ihrem Kind aus, lassen es aber unter keinen Umständen allein. Zum Toilettengang nehmen Sie Ihr Kind ebenso mit, wie zum Telefonat in den Nebenraum. Tätigkeiten wie Wickeln, Füttern und Schlafen legen werden selbstverständlich von IIhnen durchgeführt. Ich stehe lediglich als Zuschauerin dabei und unterstütze bei Bedarf.
4. Tag:
An diesem Tag kann ein erster Trennungsversuch stattfinden. Sobald sich Ihr Kind von allein beschäftigt, verabschieden Sie sich und verlassen den Raum. Die Reaktion Ihres Kindes werde ich genau beobachten. Sollte ich den Eindruck haben, dass Ihr Kind sich nicht von mir trösten lassen will, hole ich Sie sofort in den Raum zurück. Auch wenn Ihr Kind weint, gehen Sie bitte weiter und kommen nicht eingenmächtig wieder in den Raum. Ich muss die Möglichkeit haben, Ihr Kind zu trösten.
Es ist sehr wichtig, dass Sie sich von Ihrem Kind verabschieden. Schleichen Sie sich bitte nicht einfach davon. Die Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Kind würde empfindlich gestört. Es kann durchaus vorkommen, dass sich Ihr Kind von nun an nicht mehr von Ihnen lösen möchte. Es würde die Eingewöhnung sehr stark verzögern oder gar unmöglich machen.
5. Tag:
Wir dehnen diesen Trennungsversuch über einen längeren Zeitraum aus. Macht Ihr Kind einen ausgeglichenen Eindruck, können auch Pflegemaßnahmen mit einer größeren Distanz zu den Eltern durchgeführt werden.
2. Woche:
In der zweiten Woche dehnen wir den Aufenthalt bei mir aus und verlängern die Trennungszeiten. Lässt sich das Kind auf erste Trennungsversuche am vierten Tag nicht ein, verlängern wir die Grundphase des sich Kennenlernens.
3. und 4. Woche:
Die letzten beiden Wochen der Eingewöhnung dienen dazu, die Trennungszeiten auf die vereinbarten Betreuungszeiten auszudehnen. Dabei gehen wir Schritt für Schritt vor.
Trotzdem kann es sein, dass es nach einer längeren erfolgreichen Phase wieder zu Trennungsschmerzen kommen kann. Das ist ganz normal.
So kann es auch sein, dass die Eingewöhnung länger als 4 Wochen dauert.
Der entscheidende Faktor, der die Länge der Eingewöhnungsphase festlegt, ist Ihr Kind.
Das Ende der Eingewöhnung:
Die Eingewöhnung ist abgeschlossen, wenn Ihr Kind sich von mir trösten lässt. Ich kenne nun die Signale Ihres Kindes und kann darauf eingehen.
Kind akzeptiert mich auch als Bezugsperson bei Tätigkeiten wie Wickeln, Füttern und Schlafen legen.
Wichtiges zum Schluss:
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Schleichen Sie sich nicht davon. Verabschieden Sie sich kurz von Ihrem Kind und gehen Sie. Ziehen Sie auch diesen Abschied nicht in die Länge.
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Ihr und auch mein Urlaub sollte nach Möglichkeit nicht in oder direkt nach der Eingewöhnung stattfinden.
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Ihre Aufnahme der Berufstätigkeit sollte nicht zeitgleich mit dem Betreuungsbeginn fallen. Wir brauchen einen gewissen zeitlichen Spielraum.
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Vertraute Gegenstände wie Kuscheltier, Schnuller sollte Ihrem Kind in der Anfangszeit dauerhaft zur Verfügung stehen. Bitte sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind diese
Dinge mitnimmt.
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pünktliche Abholzeiten erleichtern Ihrem Kind die Eingewöhnung, da der strukturierte Tagesablauf eine Zeitabfolge und Sicherheit gibt.
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Ohne eine elternbegleitende Eingewöhnung kann ich kein Betreuungsverhältnis beginnen. Sie ist
unerläßlich.